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GESCHICHTE DER BIOLOGIE

Die Impfung (22)

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Edward Jenner, 18. Jh.

Bei der Betrachtung der großen Auseinandersetzungen über Evolution und andere Fragen der Biologie ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass das Interesse der Menschheit an der Biologie als Wissenschaft aus ihrer Beschäftigung mit der Medizin, mit den Krankheiten des Körpers, erwuchs. Wie weit auch immer der Höhenflug der Wissenschaft in das Gebiet der Theorie gehen und wie gelassen sie sich auch gegenüber den Dingen des täglichen Lebens verhalten mag, immer wieder wird sie sich den Krankheiten der Menschen zuwenden müssen.

Andererseits ist eine Beschäftigung mit der Theorie weder verwirrend noch unnütz. Denn wenn man, mit den Resultaten der fortschreitenden Theorie bewaffnet, sich mit Problemen der Anwendung beschäftigt, wird man hier schnell vorankommen. Obgleich die angewandte Wissenschaft auch auf rein empirischem Wege, ohne Theorie, Erkenntnisse gewinnen kann, geht dies doch vergleichsweise langsam und unbeholfen vor sich.

Als Beispiel hierfür kann man die Geschichte der ansteckenden Krankheiten betrachten. Fast bis zum Anbruch des neunzehnten Jahrhunderts waren die Ärzte im großen und ganzen machtlos gegen die weitverbreiteten und immer wiederkehrenden großen Seuchen und Epidemien. Eine der übelsten Krankheiten, welche die Menschheit peinigte, waren die Pocken. Sie breiteten sich nicht nur mit Windeseile aus und töteten jeden dritten, sondern machten auch die Überlebenden wegen der entstellenden Narben unglücklich.

Das einmalige Durchstehen der Pockenkrankheit machte jedoch gegen weitere Ansteckungen immun. Aus diesem Grunde war ein leichter Pockenfall ohne Vernarbungen bei weitem besser als keiner. Im ersten Fall war man ein für allemal sicher vor dieser Krankheit, im zweiten stand man immer unter ihrer Bedrohung. In solchen Ländern wie der Türkei und China gab es konsequente Versuche, sich selbst von leichten Fällen anstecken zu lassen. Es gab sogar ganz bewusste Impfungen mit dem Eiter der Pusteln von leichten Fällen. Das war jedoch ein Risiko, denn manchmal führte die so erfolgte Ansteckung im neuen Wirt zu einem heftigen Verlauf der Krankheit.

Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wurde eine solche Impfung in England eingeführt, allerdings ohne populär zu werden. Die Sache lag jedoch in der Luft und wurde diskutiert. Der englische Arzt Edward Jenner (1749 - 1823) nahm sich ihrer an. In seiner Grafschaft Gloucestershire erzählte man sich, dass jemand, der die Kuhpocken gehabt habe (eine leicht verlaufende Rinderkrankheit, die den Pocken in gewisser Weise ähnlich ist), danach nicht nur gegen Kuhpocken, sondern auch gegen Pocken immun wäre.

Nach langer und sorgfältiger Beobachtung entschloss sich Jenner, dies zu untersuchen.

Am 14. Mai 1786 fand er ein Milchmädchen, welches die Kuhpocken hatte. Er nahm die Flüssigkeit von einer Pustel ihrer Haut und injizierte sie einem Jungen, der natürlich daraufhin seinerseits die Kuhpocken bekam. Zwei Monate später impfte er den Jungen noch einmal, diesmal aber nicht mit Kuhpocken, sondern mit Pocken. Die Krankheit befiel den Jungen nicht.

Im Jahre 1798, nachdem er das Experiment wiederholt hatte, veröffentlichte er seine Ergebnisse. Er prägte das Wort "Vaccination", um die Technik zu beschreiben. Es stammt von dem lateinischen Wort "vaccinia" für Kuhpocken, welches wiederum vom lateinischen Wort für Kuh "vacca" abgeleitet ist.

So groß war die Angst vor den Pocken, dass ein Fortschritt in der Sache sofort begeistert aufgenommen und fast ohne Misstrauen akzeptiert wurde. Die Impfungen breiteten sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus, und die Krankheit wurde so besiegt. Die Pocken sind seit dieser Zeit niemals wieder ein ernsthaftes Problem in den auf medizinischem Gebiet fortschrittlichen Ländern gewesen. Es war die erste ernsthafte Krankheit in der Geschichte der Menschheit, die so schnell und vollständig unter Kontrolle gebracht wurde.

Aber dieser Fortschritt konnte ohne die dazugehörige Theorie nicht weiter ausgebaut werden. Niemand wusste damals etwas über die Ursachen ansteckender Krankheiten. Das zufällige Vorhandensein einer leicht verlaufenden Abart der Hauptkrankheit, die zum Zwecke der Impfung benutzt werden konnte, sollte sich nicht wieder ergeben. Die Biologen mussten einfach lernen, ihre eigenen leichten Versionen einer Krankheit zu erzeugen, und das erforderte mehr Kenntnisse, als sie zur Zeit Jenners besaßen.

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Zwei Genetikthriller vom Autor dieser Seite

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Als Ben, ein Molekularbiologe, um Hilfe gebeten wird, weil die Schimpansenweibchen im Zoo keinen Nachwuchs bekommen, ahnt er noch nicht, dass seine Welt bald aus den Fugen geraten wird. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit ist nämlich eine Chromosomenmutation der Affendamen, und die bringt seinen Chef auf eine folgenreiche Idee. So entsteht das unter Verschluss gehaltene Projekt Typhon District, benannt nach einem Hybridmonster aus der Mythologie. Erst allmählich kommen bei Ben und seinem internationalen Team Zweifel auf. Doch da sind sie bereits tief in einem Strudel von Geld und Machtgier, Manipulation und Skrupellosigkeit gefangen. Nicht nur ihre eigenen Leben sind bedroht. Als sie das bemerken, ist es bereits zu spät.

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Typhon District - Rezension