Frontpage
Übersicht

ERSTE HILFE

  Erste Hilfe als Unterrichtsprinzip

Diese Seite beruht teilweise auf einer alten Lehrmeinung. Die Seite soll an die vergeblichen Bemühungen einer österreichweiten Arbeitsgruppe aus den Jahren 2005 und 2006 erinnern. Das erfolgreiche Projekt wurde von Unterrichtsministerin Claudia Schmied ohne Begründung beendet.

Dieses Projekt wurde am BG Blumenstraße in Bregenz in den Schuljahren 2002/03/04 durchgeführt.
Ein Erste Hilfe-Grundkurs sollte verpflichtender Bestandteil der Ausbildung aller Volksschul- und Biologielehrer der Hauptschulen und Gymnasien werden.

pdf-Dateien mit den kompletten Projektunterlagen:
Einführung
Gefahrenzone
Bewusstlosigkeit
Atmungs- und Kreislaufstillstand
Starke Blutung
Schock
Das Rote Kreuz

   
Zum Seitenanfang

Die Unfallgefahren - im Haushalt, im Betrieb, im Straßenverkehr oder wo auch immer - machen es notwendig, dass möglichst viele Menschen Erste Hilfe leisten können.
Erste Hilfe ist nicht nur bei Unfällen sondern generell bei allen Notfällen erforderlich.
Notfälle sind:
Schwere Verletzungen (Blutung, Knochenbrüche usw.),
lebensbedrohliche Erkrankungen (Herzinfarkt, Erfrierungen usw.) sowie
Vergiftungen (giftige Gase, Alkohol, Drogen usw.)

Der Einbau eines Erste Hilfe-Kurses in den Unterricht kann die Humanbiologie aus einem besonderen Blickwinkel vermitteln:
1) Gefahrenzonen: Das Bewusstsein für Gefahren wird geschärft. „No risk no fun“ wird als gefährlicher Unsinn entlarvt.
2) Bewusstlosigkeit: Nach der Besprechung und nach Üben der Ersten Hilfe-Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit erhält das Kapitel „Gehirn und Nervensystem“ für den Schüler eine ganz besondere Bedeutung.
3) Atmungs- und Kreislaufstillstand: Herz, Lunge und Kreislauf werden von Schülern mit ganz anderen Augen gese-hen, wenn zuvor die Erste Hilfe-Maßnahmen beim Atmungs- und Kreislaufstillstand besprochen wurden. Bei Bedarf kann auch die Funktion eines Defibrillators besprochen werden.
4) Starke Blutung: Blut ist ein besonderer Saft. Dies wird klar, wenn die Gefahren und die Erste Hilfe-Maßnahme einer starken Blutung besprochen werden.
5) Schock: Verbrennung, Erfrierung, Knochenbrüche usw. können zu einem Schockzustand führen. In diesem Kapitel bespricht man daher nach den Erste Hilfe-Maßnahmen bei Schock die Bereiche Haut und Knochen.

Projektdurchführung:

In der 1a Klasse des Bundesgymnasiums Blumenstraße in Bregenz
(http://www.bgblumenstrasse.at) wurde in einem Das Erste-Hilfe-TeamUnterrichtsprojekt im Schuljahr 2002/03 unter Anleitung von Mag. Dr. Rudolf Öller ein Erste Hilfe-Kurs in den Biologieunterricht eingebaut und im folgenden Schuljahr 2003/04 von der 2a Klasse in einer Gemeinschaftsarbeit aufbereitet.


Die wichtigsten Übungen des Erste-Hilfe-Kurses wurden von unserem Spezialistenteam (Siehe Foto) in der Rettungsabteilung Bregenz im April 2004 nachgestellt und in Form von digitalisierten Bildern dokumentiert.

Das Projekt wurde sowohl von den Schülern als auch den Eltern mit großer Begeisterung aufgenommen, daher wurde das Projekt im Schuljahr 2003/04 in der 1b Klasse des BG Blumenstraße wiederholt.

Projekte dieser Art können nicht nur das soziale Denken der Schüler fördern, sondern auch einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit leisten!

Viele Kapitel der Humanbiologie und Somatologie erhalten zudem eine neue Bedeutung für die Schüler. Die gesamte Thematik hilft, die Lehre vom menschlichen Körper aus der grauen Welt der Theorie in die praktische Welt der Medizin und der Ersten Hilfe zu heben.

Zum Seitenanfang

Bergung aus der Gefahrenzone:

Bergen aus der GefahrenzoneDer Helfer überkreuzt beide Arme des Verletzten unterhalb des Kopfes und zieht ihn aus der Gefahrenzone. (Bild rechts). Dabei wird der Verletzte nur soweit wie nötig angehoben.

Bergen aus der GefahrenzoneDas Bergen ist mit dieser methode auch in Bauchlage möglich.

Der RautekgriffGenerell empfiehlt sich der Rautek-Griff beim Bergen von Patienten. Dieser Griff wird üblicherweise auch von Rettungskräften angewendet.

Bergung aus einem Auto ...Der Rautekgriff eignet sich besonders gut ...

... mit dem Rautekgriff... beim Bergen von verletzten Personen aus einem Auto.

Helmabnahme

Helmabnahme durch einen Helfer

Helmabnahme (2 Helfer)Helmabnahme durch zwei Helfer

Bewusstlosigkeit

2Der Ersthelfer spricht den reglosen Patienten an, berührt ihn und führt ihm einen leichten Schmerzreiz an der Hand zu.

Inspektion der MundhöhleDer Ersthelfer schaut in den Mund, räumt Fremdkörper (z.B. Kaugummi, eine lockere Zahnprothese usw.) heraus und öffnet enge Kleidungsstücke (z.B. Lederjacke, Gürtel usw.)

Suchen nach Atmungs- und KreislaufzeichenDer Ersthelfer überstreckt den Kopf des Patienten nackenwärts um die zurückgesunkene Zunge anzuheben. Dann überprüft er, ob Atmung und Kreislaufzeichen feststellbar sind.
Er hört auf Atemgeräusche, schaut auf Brustkorbbewegungen und fühlt die Ausatemluft. Er achtet dabei auf Schluck-, Husten, Röchel- und andere Laute.

Hat der Ersthelfer Atmung und Kreislaufzeichen festgestellt, dann …

Die stabile Seitenlage… wird der Patient unter Ausnützung der Hebelwirkung (Handgelenk zum Kniegelenk führen) in die stabile Seitenlage gebracht.

die stabile SeitenlageIn der stabilen Seitenlage kann der Patient nicht mehr an einer zurückgesunkenen Zunge oder Erbrochenem ersticken.

Absetzen des NotrufesJetzt kann der Ersthelfer den Rettungsnotruf 144 Österreich) oder 112 (international) wählen und möglichst genau angeben, WAS (z.B. „bewusstloser Pati-ent“) WO (Straße und Ort) passiert ist, WIE VIELE Patienten es gibt und WER anruft.

Wenn du nervös bist, dann beantworte einfach die Fragen, die dir gestellt werden und beende das Notrufgespräch NIEMALS von dir aus. Warte, bis alle Fragen geklärt sind. Das dauert nicht länger als ungefähr 20 Sekunden.

der bewusstlose PatientBis die Rettung kommt, wird der Patient zugedeckt. Man sollte auch mit dem bewusstlosen Patienten sprechen, weil man nicht weiß, ob und wie viel er von dem mitbekommt, was um ihn herum passiert. Man muss auch regelmäßig auf Atmung und Kreislaufzeichen beim Patienten achten.

Atmungs- und Kreislaufstillstand

Atmungs- und KreislaufstillstandDer Ersthelfer spricht den reglosen Patienten an, und berührt ihn.

Zufügen eines SchmerzreizesWenn der Patient keine Reaktion zeigt, dann wissen wir, dass er kein Bewusstsein hat. Wir wissen jetzt auch, dass es sich um einen medizinischen Notfall handelt. Wir müssen um Hilfe rufen und die Rettung rufen.

Inspektion der MundhöhleAlte Lehrmeinung, die heute nicht mehr durchgeführt wird: Der Ersthelfer schaut in den Mund, räumt Fremdkörper (z.B. Kaugummi, eine lockere Zahnprothese) heraus und öffnet enge Kleidungsstücke (z.B. Lederjacke, Gürtel usw.)

Suchen nach Atmungs- und KreislaufzeichenDer Ersthelfer überstreckt den Kopf des Patienten nackenwärts um die zurückgesunkene Zunge anzuheben. Dann überprüft er, ob Atmung und Kreislaufzeichen feststellbar sind.
Er hört auf Atemgeräusche, schaut auf Brustkorbbewegungen und fühlt die Ausatemluft. Er achtet dabei auf Schluck-, Husten, Röchel- und andere Laute.

Hat der Ersthelfer KEINE Atmungs und Kreislaufzeichen festgestellt, dann …

Mund-zu-Mund-Beatmung… wird der Patient reanimiert.

Herzmassage2 mal beatmen und 30 mal die Herzdruckmassage angewenden.

Der Druckpunkt für die Herzmassage ist ungefähr die Mitte des Brustbeines. Die Massage erfolgt mit gestreckten Armen und senkrecht von oben direkt auf das Brustbein. Die Drucktiefe ist etwa 5 cm; damit ist eine ausreichende Pumpleistung gewährleistet.

Anwendung eines DefibrillatorsBei Verwendung eines automatischen Defibrillators, die an fast allen großen öffentlichen Plätzen (Bahnhöfe, Flughäfen, Einkaufszentren usw.) zur Verfügung stehen, ist zu beachten, dass
—> die Anweisungen des Defibrillators (der Defibrillator „spricht“ laute Anweisungen aus) genau befolgt werden,
—> bei der Energieabgabe niemand den Patienten berühren darf .

Starke Blutung

Wundauflage bei starker BlutungBei einer starken Blutung wird ein Druckverband angelegt.
Zunächst wird eine sterile Auflage auf die Wunde gelegt.

DruckverbandDann wird auf die Wundauflage ein weicher aber fester Druckkörper gelegt.

Verwendung eines dreiecktuchesWundauflage und Druckkörper werden mit Hilfe eines Dreiecktuches oder einer Mullbinde stark befestigt.

Du hast alles richtig gemacht, wenn die Blutung zum Stillstand kommt.

Versorgung einer KopfwundeMit einem Dreiecktuch, das in keinem Erste Hilfe-Koffer fehlen sollte, kann man auch Platzwunden am Kopf gut versorgen. (Sterile Wundauflage nicht vergessen!)

Versorgung eines verletzten ArmesVerletzte Arme kann man mit einem Dreiecktuch ruhig stellen.

VerbrennungBei einer Verbrennung ist rasches Kühlen mit Wasser besonders wichtig.

Zum Verbinden einer Brandwunde eignet sich gut eine metallisierte Wundauflage. Metallisierte Wundauflagen gibt es in allen Größen. Sie haben den großen Vorteil, dass sie mit der Wunde nicht verkleben.

 

Zum Schluss noch ein Schuss Humor:

Funksprüche zwischen Rettungsleuten und der Leitstelle:

Rettungsdienst: "Leitstelle, können Sie uns einweisen?"
Leistelle: "Nach dem Ortseingangsschild fahrt ihr die Nächste links, am Kiosks rechts ..."
Rettungsdienst: "Äh, ... ich bin ein Hubschrauber."

Leitstelle: "Fahrt mal los. Da will angeblich eine Person aus dem Fenster springen."
Rettungsdienst am Einsatzort: "Also hier ist niemand am Fenster."
Leitstelle: "Dann schaut halt auf dem Boden nach."

Rettungssanitäter: "Männlicher Patient aufgenommen. Fahren in die Klinik."
Leitstelle: "Männlich? Ihr Kollege sagte doch weiblich."
Rettungssanitäter: "Ich erklär dem Kollegen mal eben den Unterschied."

Rettungswagen: "Kaiserschnitt. Postoperative Blutung. Patient hat viel Blut verloren." Leitstelle: "Ist Patient männlich oder weiblich?"

Leitstelle: "Bitte Standort und Tätigkeit melden!"
Sanitäter: "Standort: Toilette. Wollen Sie Genaueres wissen ?

Zum Seitenanfang

Vorarlberger Bildungsserver